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Auf der Website zu der App derplaan habe ich ja schon einiges dazu geschrieben, wie es dazu kam, dass ich mit der Entwicklung dieser App begonnen habe.

Ich arbeite als freier Psychotherapeut und Coach, das heißt ich arbeite kalenderbasiert, aber ohne Anbindung an das Gesundheitssystem. In meinem Kalender stehen alle regelmäßigen und alle unregelmäßigen Termine mit meinen Klienten. Ich habe unterschiedliche Honorarsätze pro Stunde und die Sitzungen sind auch unterschiedlich lang. Und mehr Daten (Kontaktdaten Klient, Leistungsart, Honorarsatz und Dauer der Sitzung) braucht es auch gar nicht, um einem Klienten eine Rechnung auszustellen.

1998 habe ich meine erste Website gebaut. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch recht selbstverständlich all diese Schritte für die Erstellung einer Rechnung von Hand ausgeführt. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich damals auch noch gar keinen elektronischen Kalender verwendet. Beides war in meinem Falle sehr fehleranfällig. Zu meinem kalender wurde dann irgendwann das Lightning Addon das E-Mail Programm Thunderbird. Nun waren endlich beliebige Serien miteinander kombinierbar, ohne dass es immer wieder zu Kollisionen kam.

Ich weiß auch nicht mehr, wann ich eigentlich das erste Mal nach einem Programm Ausschau gehalten habe, dass die wiederkehrenden Schritte bei der Rechnungserstellung automatisiert. Es gab damals und gibt auch heute natürlich jede Menge Programme zur Praxisverwaltung. Einige sind unansehnlich, einige sind sehr kompliziert zu bedienen, einige sind sogar beides, etliche sind für mich schlicht over featured. Und zumeist sind sie auch noch ziemlich teuer gewesen. Aber ich hatte und habe lange Zeit keines gefunden, das einfach schlank nach jeder Sitzung die hinzugekommene Leistung automatisch in eine Rechnungsvorlage einträgt.

Ich denke, seit 10 Jahren beschäftigt mich der Gedanke, ob ich so etwas nicht selbst bauen könnte. Aber lange Zeit habe ich mich nicht getraut, das wirklich anzufangen. Und ich möchte von heute aus hinzufügen, völlig zurecht! Vor etwa sechs Jahren dann entdeckte ich die Möglichkeiten von Web-Apps. Und das gab dann endgültig den Anstoß, eine App zu konzipieren, die den Bedürfnissen von Psychotherapeuten unter Ausnutzung aller modernen Möglichkeiten gerecht werden sollte. Ursprünglich wollte ich auch gleich noch den Bedarf von Kassentherapeuten mit abbilden.

Als das erste Konzept dann soweit stand, begann ich nach einem Entwickler zu suchen. Weil ich meine Unabhängigkeit von Geldgebern aufjedenfall bewahren wollte, musste das ein Entwickler sein, der bereit war, seine Zeit allein mit der Aussicht auf einen zukünftigen geschäftlichen Erfolg einzusetzen. Da ich in der IT Szene andere als gut vernetzt bin, hat das eine ganze Weile gedauert, bis ich jemanden gefunden hatte.

2014 haben wir uns dann, zunächst zu viert, an die Arbeit gemacht. 2 Jahre später waren wir dann zwar nur noch zu zweit, Matthias, der Entwickler, und ich, aber das Konzept der App hatte mehrere Iterationen durchlaufen und war auf der Höhe der Zeit. Von heute aus kann ich sagen, dass es ein Glücksfall war, dass sich am Ende ausgerechnet Matthias entschlossen hatte, sich an der Entwicklung der App zu beteiligen. Von allen Entwicklern, die ich in der Such Zeit kennengelernt hatte, hatte er eindeutig die besten Ideen.

Insbesondere die Berücksichtigung des damals aufgekommenen Konzepts von Offline first, das heißt eine clientseitig laufende Web App, in unserem Falle basierend aufAngularJS und einer pfiffigen Datenbank Konstruktion mit Auto Synchronisation zwischen allen angeschlossenen Devices und eingebauter Ende zu Ende Verschlüsselung, ist ihm zu verdanken.

Obwohl die Anfänge der Entwicklung nun fünf Jahre zurückliegen, ist derplaan immer noch auf der Höhe der Zeit. Offline first in Verbindung mit eine Ende zu Ende Datenverschlüsselung, Datensicherheit und automatischer Geräte Synchronisation sind nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal unserer App. Mein Beitrag waren die schlanke und dennoch flexibel einstellbare Nutzeroberfläche und das aufgeräumte Design. Mein ursprüngliches Ziel, mit nicht mehr als 5 Klicks eine Standard Rechnung zu verschicken, wird erreicht werden.

Eigentlich ist der Prototyp schon eine Weile fertig, aber aufgrund einige Bugs, die die Benutzbarkeit doch erheblich beeinträchtigen, habe ich die Veröffentlichung bisher vermieden. Insgesamt hat die Entwicklungszeit mehr als doppelt so lange gedauert bis zum heutigen Tag, als wir ursprünglich gedacht hatten. Da das ganze unentgeltlich passiert, mussten wir beide natürlich weiterhin für unseren Lebensunterhalt sorgen. Matthias hat inzwischen seinen Masterstudium abgeschlossen und arbeitet an der Universität. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als sein Engagement immer weiter zurückzufahren. So ist es zu erklären, dass die Showstopper Bugs nach wie vor eine Veröffentlichung verhindern. Zwischenzeitlich engagierte Freelancer waren auch nicht in der Lage, das zu ändern. Im Gegenteil, sie haben sogar noch ein zwei andere Bugs hinzugefügt, die sie nicht auflösen konnten.

Das ist der aktuelle Stand. Ich sehe im Prinzip eine konkurrenzfähige App, aber ich muss jetzt noch ein zwei größere Probleme lösen, bevor sich zeigen kann, dass meine Grund Idee gut war. Da kann ich nur hinzufügen, sollte ein interessierter Entwickler diese Zeilen lesen, sei er herzlich eingeladen, sich mit uns in Verbindung zu setzen.