Der berühmte Marshmallow-Test.

Wer im zarten Alter von 4-6 Jahren erfolgreich eine Zeitlang dem Verlangen widersteht, einen vor ihm oder ihr liegenden Marshmallow zu verspeisen, ist in seinem späteren Leben erfolgreicher, und zwar um so deutlicher, je länger das Kind widerstanden hat. Das Experiment hat Walter Mischel Ende der 60er Jahre bis in die 70er hinein mit 16 Jungen und 16 Mädchen durchgeführt und es hat ihn trotz der bescheidenen Probandenzahl zu weitreichenden Schlüssen gedrängt.

Vor 2 Jahren lass ich einen Artikel über die Wirkfaktoren von Psychotherapie, (über den ich in Kürze auch noch mal etwas schreiben will), dass 90% aller Psychotherapeuten denken, dass sie zu den besten 25% gehören. Das ist zweifelsohne so nicht möglich. Die 90% mögen alle wirklich gut sein, aber so gut geht rein rechnerisch nicht. Es hat mich beschäftigt, weil ich für mich ganz so weit nicht gegangen wäre. (Ich zähle mich zu den besseren 50%, was ja genauso wenig funktioniert, wenn das mehr oder weniger alle denken.)

Heute nun erreichte mich die interessante Nachricht, dass selbst Yoga- und Meditationspraktizierende, sofern sie es regelmäßig und ernsthaft ausüben, keineswegs demütiger und bescheidener werden, sondern sich ebenso wie die Psychotherapeuten für überdurchschnittlich gut in der Ausübung dieser Praxis erachten.

Gerade habe ich gelesen, dass "dass schon eine kleine deutsche Flagge auf einem Fragebogen dazu führt, dass das Nationalgefühl und die Ablehnung von Fremden wächst - zumindest bei jenen, die bereits eine leichte Tendenz zum Nationalismus haben (Social Psychology, Bd.43, S.3-6, 2012). Welche Effekte dürfte dann das Fahnenmeer beim Public Viewing haben?" (SZ-Online v. 27.6.2018)