Ich arbeite gern und oft mit der Nebo Notizen-App mit Handschrifterkennung. Das klappt in für mich ausreichendem Maße. (Hier findest du ein Video dazu und hier meinen Testbericht.

Ich habe Nebo mit verschiedenen Geräten von Samsung, Microsoft und Apple ausprobiert. Die App funktioniert im Grunde auf allen Geräten gleich gut. Eine Ausnahme ist die Kombination aus Samsung Stylus und Windows auf dem Galaxy Book. Da funktioniert die Unterscheidung von Handballenauflage und Scrollen nicht so gut.

Aber das Schreiben würde mir deutlich mehr Spaß machen, wenn die Oberfläche der Screens nicht so glatt wäre. Dieses widerstandslose Bewegen der Stiftspitze fand ich anstrengend.

Der Psychoanalytiker Paul in der Serie „In Treatment" macht von seinen Sitzungen keine Aufzeichnungen. (Und seit ein paar Tagen weiß ich, dass das im israelischen Original „Be Tipul" nicht anders ist.)

Bei Scobel gab es damals auch eine Ausgabe zu der Serie. Da wurde Paul bescheinigt, dass seine Interventionen in den Sitzungen nicht zu beanstanden seien. Moniert wurde nur der Mangel an Aufzeichnungen. Das sei unprofessionell (aber vielleicht den Anforderungen von TV-Bildern geschuldet).

In meiner Arbeit als Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie sind für mich Aufzeichnungen eine wichtige Stütze. Da gibt es ja für Heilberufler auch gesetzliche Pflichten.

Für meine Sitzungen kann ich mir nicht vorstellen, anders zu schreiben als mit der Hand. Es gibt andere Behandlungssituationen, in denen die direkte Eintragung in eine elektronische Patientenakte mittels Computertastatur die Behandlung nicht (oder viel weniger) stört.

Im Verlauf der zurückliegenden Jahre habe ich deshalb immer mal wieder Handschrifterkennungssysteme ausprobiert. Würden die gut funktionieren, könnte ich Stiftaufzeichnungen und digitale Akte besser vereinbaren.

Das erste System, das ich kennengelernt habe, das im Ansatz meine Anforderungen erfüllt, ist das System der Firma MyScript. Die App Nebo ist deren B2C Produkt, mit dem sie dieses System für alle Geräte und Plattformen vermarkten, die mit Stifterkennung arbeiten (und da gibt es ja inzwischen viele Geräte für iOS, Android und Windows).

Ich habe ein Video bei Youtube veröffentlicht, das die Fähigkeiten und Grenzen von Nebo direkt zeigt.

Folgende Verbesserungen haben wir vorgenommen:

  • Im Kalender kann ab jetzt jede Nutzer:in einstellen, in welchen Ansichten die Kalender beim Start per default angezeigt werden:

    a) Tages-, Wochen oder Monatsansicht

    b) im Termininfomode oder mit der Monatsübersicht.

  • Einige kleinere Bugfixes.

Eine Handreichung zur Frage der Datensicherheit verschiedener Praxis-IT-Lösungen


Mit Blick auf meine verschlüsselte Online Praxisverwaltung kumppani weise ich immer wieder darauf hin, wie wichtig eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE > End-2-End-Encryption) ist, um ein Höchstmaß an Datensicherheit für meine Daten, aber natürlich ganz besonders die Patientendaten zu erreichen, wenn auf der anderen Seite die Vorteile einer Online Anwendung genutzt werden sollen. Da wird es Zeit, einmal etwas grundsätzlicher und weiter auszuholen, um zu begründen, wie ich zu dieser Einschätzung gekommen bin.

Völlig unabhängig von allen rechtlichen Fragen sind wir Menschen in Heilberufen auch aus Verantwortung unserer Existenzgrundlage und unseren Patienten gegenüber aufgefordert, für unsere Praxis-Daten ein angemessenes Maß an technischer Sicherheit zu gewährleisten.

Wer sich also in der Berufsausübung nicht auf Papier, Stift und Schreibmaschine beschränken will, muss sich in jedem Fall mit dem Thema Datenschutz und der Datensicherheit auch aus technischer Sicht beschäftigen.

Vorneweg: 100%ige Sicherheit gibt es nie und nirgends. Aber es gibt für jede Art von elektronisch gespeicherten Daten technische Sicherheitsstrategien. Allerdings auch unterschiedliche Meinungen darüber, was denn nun ein wirklich ausreichender Schutz ist. Je nach Blickwinkel und Eigeninteresse fallen die Antworten da sehr verschieden aus.

In einer Sitzung kürzlich mit einem Klienten kam das Gespräch auf Wölfe. Er fragte sich, wie er wohl reagieren würde, wenn er im Wald einem Wolf begegnete. Denn in der Zwischenzeit haben die sich auch bei uns in der Gegend wieder niedergelassen.

Wir kamen dann sehr schnell darauf, dass uns unsere Instinkte im Umgang mit wirklichen Raubtieren ziemlich verloren gegangen sind. Und irgendwie ahnten wir auch, dass auch unser Verhältnis zum Wolf noch immer geprägt ist von den alten Mythen. Ein Wolf, der einen Menschen tötet, würde damit wohl sein eigenes Schicksal besiegeln. Ganz anders als ein rücksichsloser Autofahrer. Der profitiert davon, dass wohl nur wenige Menschen bereit wären, ihre individuelle Mobilität einer Nulltoleranzpolitik gegenüber Verkehrstoten unterzuordnen. Folgen von Taten oder Ereignissen hängen immer auch davon ab, was gesellschaftlich "vereinbart" ist.